1. Ein Unternehmen gründen

1.1 Wichtige Voraussetzungen einer Unternehmensgründung

Chef sein? Kann ich!?
Welche Qualifikationen braucht man um ein Unternehmen gründen zu können?
Persönliche Voraussetzungen
| Fachliche Qualifikationen | Persönliche Voraussetzungen | Unternehmerische Qualifikationen |
|---|---|---|
| Branchenkenntnisse 2. Berufserfahrung 3. Betriebswirtschaftliche Kenntnisse (Marketing, Kostenrechnung,…) 4. Technisches Know How 5. Rechtskenntnisse … | 1. Leistungsbereitschaft 2. Selbstsicherheit (aber keine Arroganz) 3. Planungs- und Organisationstalent 4. Entschlussfreudigkeit 5. Kontaktfreudigkeit, Kommunikationsfähigkeit 6. Durchsetzungsvermögen, Flexibilität, Kreativität, 7. Zuverlässigkeit 8. Psychische und physische Belastbarkeit 9. Selbstdisziplin | 1. Ergreifen von Initiativen 2. Gespür für Trends, Marktentwicklungen 3. Aufgeschlossenheit ggü. Neuerungen 4. Risikobereitschaft 5. Personalführungskompetenz 6. Fähigkeit zur Motivation von Mitarbeitern 7. Verkaufstalent |
Zur Feststellung, ob jemand ein “Unternehmertyp” ist, gibt es zahlreiche Tests, mit denen die persönliche, fachliche und charakterliche Eignung zur Gründung eines Unternehmens festgestellt werden kann. Außerdem müssen die Chancen und Risiken selbstständigen Unternehmertums intensiv gegeneinander abgewogen werden.
Eignungstests,z.B. http://www.existenzgruender.de/static/etraining/existenzgruendung/existenz/kapitel_2.html (komplett durchklicken - 2 Tests!)
Zu beachtende Kriterien bei einer Existenzgründung sind unter anderem auch: Arbeitseinsatz/Engagement, Arbeitszeiten, Urlaub/Freizeit, Selbstverwirklichung, berufliche Sicherheit, Einkommen,…_
Gründe für die Selbstständigkeit - Motive für eine Existenzgründung

| Unabhängigkeit | Erfolg | Verwirklichung eigener Ideen |
|---|---|---|
| Wunsch nach Unabhängigkeit von Vorgesetzten, Wunsch nach der selbstständigen Verwirklichung eigener Ideen, Vermeidung oder Beendigung beruflicher Frustration | Wunsch nach Erfolgserlebnissen, Wunsch nach höherem Einkommen, Wunsch nach beruflichem Aufstieg, Gestaltungs- und Führungswille | unternehmerischer Tatendrang, Verwertung einer Idee/Erfindung, Vermeidung oder Beendigung von Arbeitslosigkeit |
Aufgaben
Aufgabe 1
Nennen Sie jeweils zwei Beispiele für fachliche, persönliche und unternehmerische Qualifikationen, die für eine Unternehmensgründung wichtig sind.Aufgabe 2
Erläutern Sie den Unterschied zwischen persönlichen Voraussetzungen und unternehmerischen Qualifikationen anhand je eines Beispiels aus dem Text.Aufgabe 3
Herr Meier möchte sich als Elektrotechniker selbstständig machen. Er verfügt über langjährige Berufserfahrung und gute Fachkenntnisse, ist aber eher zurückhaltend im Kontakt mit Kunden und tut sich schwer, schnelle Entscheidungen zu treffen. Beurteilen Sie anhand der im Text genannten Qualifikationen, wo die Stärken und wo mögliche Schwächen von Herrn Meier liegen. Nennen Sie außerdem ein mögliches Motiv, das ihn zur Existenzgründung bewegen könnte.
Lösungen
Lösung 1
- Fachliche Qualifikationen: z. B. Branchenkenntnisse, betriebswirtschaftliche Kenntnisse
- Persönliche Voraussetzungen: z. B. Leistungsbereitschaft, Kontaktfreudigkeit
- Unternehmerische Qualifikationen: z. B. Risikobereitschaft, Gespür für Markttrends
Lösung 2
Persönliche Voraussetzungen beziehen sich auf die Charaktereigenschaften und die individuelle Belastbarkeit einer Person, z. B. Zuverlässigkeit oder Selbstdisziplin. Unternehmerische Qualifikationen hingegen betreffen Fähigkeiten, die speziell für die Führung und Entwicklung eines Unternehmens notwendig sind, z. B. Personalführungskompetenz oder Verkaufstalent.Lösung 3
- Stärken: Herr Meier bringt fachliche Qualifikationen mit (Branchenkenntnisse, Berufserfahrung, technisches Know-how).
- Schwächen: Es fehlen ihm Kontaktfreudigkeit/Kommunikationsfähigkeit sowie Entschlussfreudigkeit – beides persönliche Voraussetzungen, die im Text als wichtig genannt werden.
- Mögliches Motiv: Wunsch nach Unabhängigkeit von Vorgesetzten oder Verwirklichung eigener beruflicher Ideen.
Unternehmensidee
Das Fundament einer Existenzgründung ist eine Erfolg versprechende Geschäftsidee. In den wenigsten Fällen sind Existenzgründungsideen wirklich neu. Häufig werden bereits bewährte Ideen erweitert, verbessert oder auf andere Märkte und Zielgruppen übertragen.
Bei der Suche nach Geschäftsideen können folgende Fragen hilfreich sein:
Haben Sie Ideen für...
- ein neues Projekt?
- für die Verbesserung eines bestehenden Produkts?
- um mit einem bestehenden Produkt neue Kundenkreise (z.B. neue Alters- oder Berufsgruppen) ansprechen?
- um Marktlücken zu schließen (z.B. durch Spezialisierung oder besonderen Service)?
- wie sich ein erfolgreiches Geschäftskonzept aus anderen Ländern oder Branchen auf neue Bereiche übertragen lässt?
- um neue Trends und veränderte Bedürfnisse auszunutzen?
- sich mit einer fremden (meist schon markterprobten) Idee selbstständig zu machen (z.B. Franchising)?
- ein bestehendes Unternehmen zu kaufen oder zu pachten und so nicht nur die Geschäftsidee, sondern auch Kundenstamm, Personal usw. zu übernehmen?
- …
Hinweis: Geschäftsideen und Gründungsvorschläge werden auch bei Beratungsstellen für Existenzgründer, im Internet und anderen Veröffentlichungen (teilweise gegen Entgelt) angeboten.
Aufgaben
Aufgabe 1
Nennen Sie vier Möglichkeiten, wie man auf eine Geschäftsidee für eine Existenzgründung kommen kann.Aufgabe 2
Erklären Sie mit eigenen Worten, warum die meisten Existenzgründungsideen keine völlig neuen Erfindungen sind, sondern auf bereits bestehenden Ideen aufbauen.Aufgabe 3
Frau Kaya isst gerne asiatisch und stellt fest, dass es in ihrer Kleinstadt kein einziges Restaurant mit vietnamesischer Küche gibt, obwohl dieser Trend in Großstädten schon seit Jahren erfolgreich ist.
Ordnen Sie diese Geschäftsidee einer der im Text genannten Vorgehensweisen zur Ideenfindung zu und begründen Sie Ihre Zuordnung.
Lösungen
Lösung 1 Mögliche Antworten (vier von z. B.):
- Verbesserung eines bestehenden Produkts
- Ansprache neuer Kundenkreise mit einem bestehenden Produkt
- Schließen von Marktlücken durch Spezialisierung oder besonderen Service
- Übertragung eines erfolgreichen Konzepts aus anderen Ländern/Branchen
- Nutzung neuer Trends und veränderter Bedürfnisse
- Franchising (Übernahme einer fremden, markterprobten Idee)
- Kauf oder Pacht eines bestehenden Unternehmens
Lösung 2
Da die meisten Marktbedürfnisse bereits erkannt und bedient werden, ist es oft erfolgversprechender und risikoärmer, bestehende Konzepte zu verbessern, auf neue Zielgruppen zu übertragen oder aus anderen Regionen/Branchen zu adaptieren, anstatt völlig neue Produkte zu entwickeln. Bewährte Ideen haben sich bereits am Markt bewiesen, was das unternehmerische Risiko senkt.Lösung 3
Diese Geschäftsidee lässt sich der Vorgehensweise “Übertragung eines erfolgreichen Geschäftskonzepts aus anderen Ländern oder Branchen bzw. Regionen auf neue Bereiche” zuordnen. Begründung: Das Konzept eines vietnamesischen Restaurants ist in Großstädten bereits etabliert und erfolgreich; Frau Kaya überträgt diese bewährte Idee lediglich auf einen neuen, bisher unbedienten Markt (ihre Kleinstadt).
Standortfrage

Die Standortwahl ist eine der zentralen strategischen Entscheidungen bei der Gründung eines Unternehmens. Sie wirkt sich sowohl auf die Kosten als auch auf die Wettbewerbsfähigkeit eines Betriebs aus.
Jedes Jahr scheitern Unternehmen nicht an einer schlechten Geschäftsidee, sondern an einer ungünstigen Standortentscheidung. Die Wahl des richtigen Standorts gehört zu den wichtigsten und zugleich langfristigsten Entscheidungen bei einer Unternehmensgründung.
Harte Standortfaktoren
- Die Nähe zu Absatzmärkten verringert Transportkosten und verkürzt Lieferzeiten.
- Verfügbare Arbeitskräfte vor Ort beeinflussen die Personalbeschaffung und die Lohnkosten.
- Die Verkehrsanbindung entscheidet darüber, wie gut Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter den Standort erreichen können.
- Grundstücks- und Mietpreise wirken sich direkt auf die Investitions- und Fixkosten aus.
- Steuern und Abgaben unterscheiden sich je nach Gemeinde und können die Rentabilität beeinflussen.
- Vorhandene Energie- und Wasserversorgung sowie eine funktionierende IT-Infrastruktur sind Voraussetzung für den Betrieb.
Weiche Standortfaktoren
- Das Image einer Region kann die Außenwirkung und das Kundenvertrauen stärken.
- Die Lebensqualität am Standort beeinflusst, ob Fachkräfte bereit sind, dorthin zu ziehen.
- Ein gutes Wirtschaftsklima und die Unterstützung durch die Kommune erleichtern den Geschäftsaufbau.
- Die Nähe zu Kooperationspartnern, Hochschulen oder Forschungseinrichtungen kann Innovationen fördern.
Zusatzmaterial: gründerzeit -- standortwahl.pdf
Aufgaben
Aufgabe 1
Nennen Sie jeweils drei harte und drei weiche Standortfaktoren.Aufgabe 2
Erläutern Sie den Unterschied zwischen harten und weichen Standortfaktoren und nennen Sie dabei je ein Beispiel aus dem Text.Aufgabe 3
Herr Braun möchte einen hochspezialisierten Betrieb für die Entwicklung von Medizintechnik gründen. Er ist auf gut ausgebildete Fachkräfte sowie auf den Austausch mit Forschungseinrichtungen angewiesen. Zur Auswahl stehen zwei Standorte:
- Standort A: kleine Landgemeinde mit sehr günstigen Mietpreisen, aber ohne Hochschule oder Forschungseinrichtung in der Nähe
- Standort B: Stadt mit einer technischen Hochschule und mehreren Forschungsinstituten, jedoch deutlich höheren Mietpreisen
Bewerten Sie beide Standorte anhand der im Text genannten Standortfaktoren und begründen Sie, welchen Standort Sie Herrn Braun empfehlen würden.
Lösungen
Lösung 1
- Harte Standortfaktoren (drei von z. B.): Nähe zu Absatzmärkten, Verfügbarkeit von Arbeitskräften, Verkehrsanbindung, Grundstücks-/Mietpreise, Steuern und Abgaben, Energie-/Wasserversorgung und IT-Infrastruktur
- Weiche Standortfaktoren (drei von z. B.): Image der Region, Lebensqualität, Wirtschaftsklima/kommunale Unterstützung, Nähe zu Kooperationspartnern, Hochschulen oder Forschungseinrichtungen
Lösung 2
Harte Standortfaktoren sind objektiv messbare, meist wirtschaftlich unmittelbar wirksame Kriterien, wie z. B. die Grundstücks- und Mietpreise. Weiche Standortfaktoren sind dagegen schwer quantifizierbare, eher subjektive oder langfristig wirkende Kriterien, wie z. B. die Lebensqualität einer Region.Lösung 3
- Standort A: Vorteil sind die niedrigen Mietpreise (harter Standortfaktor), jedoch fehlt die Nähe zu Hochschulen und Forschungseinrichtungen (weicher Standortfaktor), die für einen Medizintechnik-Betrieb besonders wichtig ist.
- Standort B: Höhere Mietpreise sind ein Nachteil (harter Standortfaktor), dafür bietet die Nähe zu Hochschule und Forschungsinstituten ideale Voraussetzungen für Innovation und Fachkräftegewinnung (weiche Standortfaktoren).
- Empfehlung: Standort B ist vorzuziehen, da für einen spezialisierten Medizintechnik-Betrieb der Zugang zu Fachkräften und Forschungseinrichtungen entscheidender ist als niedrige Mietkosten. Die höheren Fixkosten lassen sich langfristig durch Innovationsvorteile und bessere Marktchancen rechtfertigen.
Umweltrechtliche Aspekte

Aufgabe
Artikel “Umweltschutz bei der Existenzgründung” lesen: 1 Umweltschutz - Artikel 1.pdf
Zusammenfassung:
Warum?
gesetzliche Vorschriften, z.B. Bundes-Immissionsschutzgesetz
Gefahr bei Nichtbeachtung in der Gründungsphase…
⇒ Umweltschutz als Kostenfalle!, z.B. Entsorgung von Altlasten
Wer hilft?, z.B.
- Umweltberater der IHK
- Spezielle Förderprogramme für Umweltschutz und Nachhaltigkeit z.B. KfW-Programm für erneuerbare Energien (KFW - Kreditanstalt für Wiederaufbau)
Vorteile
-
höheres Kundenvertrauen
-
steigende Mitarbeiterbindung
-
Imageverbesserung
-
vorteilhaftere Versicherungsbeiträge
-
Kosteneinsparungen bei:
-
Energie
-
Papier
-
Müllentsorgung
-
Hardware
-
Wie organisieren?
- Umweltmanagement → PDCA-Zylus
- EMAS: Umweltmanagement und Auditsystem ⇒ freiwilliges System der Europäischen Union

Aufgaben
Aufgabe 1
Nennen Sie zwei Ansprechpartner bzw. Unterstützungsmöglichkeiten, an die sich Existenzgründer bei umweltrechtlichen Fragen wenden können.Aufgabe 2
Erläutern Sie, warum Umweltschutz bei einer Existenzgründung zur “Kostenfalle” werden kann, und nennen Sie ein Beispiel aus dem Text.Aufgabe 3
Frau Lindner gründet einen Betrieb für die Herstellung von Verpackungsmaterialien. Sie plant, von Anfang an auf Umweltmanagement zu setzen, ist sich aber unsicher, ob sich der zusätzliche Aufwand lohnt.
Zeigen Sie anhand der im Text genannten Vorteile auf, warum sich Umweltmanagement für Frau Lindners Unternehmen sowohl wirtschaftlich als auch imagemäßig lohnen kann. Nennen Sie außerdem, welches System sie zur systematischen Organisation ihres Umweltmanagements nutzen könnte.
Lösungen
Lösung 1
Mögliche Antworten (zwei von z. B.):
- Umweltberater der IHK
- Spezielle Förderprogramme für Umweltschutz und Nachhaltigkeit, z. B. KfW-Programm für erneuerbare Energien
Lösung 2
Umweltschutz kann zur Kostenfalle werden, weil bei Nichtbeachtung gesetzlicher Vorschriften (z. B. Bundes-Immissionsschutzgesetz) in der Gründungsphase unerwartet hohe Kosten entstehen können. Beispiel aus dem Text: die Entsorgung von Altlasten, die nachträglich sehr teuer werden kann, wenn sie nicht von Anfang an eingeplant wurde.Lösung 3
Wirtschaftliche Vorteile: Frau Lindner kann durch Umweltmanagement Kosten einsparen, z. B. bei Energie, Papier, Müllentsorgung und Hardware. Zudem profitiert sie von vorteilhafteren Versicherungsbeiträgen.
Imagebezogene Vorteile: Umweltmanagement stärkt das Kundenvertrauen, verbessert das Unternehmensimage und erhöht die Mitarbeiterbindung.
Organisationssystem: Frau Lindner könnte ein Umweltmanagementsystem nach dem PDCA-Zyklus einführen oder das freiwillige EU-System EMAS (Umweltmanagement- und Auditsystem) nutzen.
Multiple-Choice-Aufgaben
Frage 1
Welche der folgenden Eigenschaften zählen zu den persönlichen Voraussetzungen für eine Unternehmensgründung (nicht zu den fachlichen oder unternehmerischen Qualifikationen)?
A) Branchenkenntnisse
B) Entschlussfreudigkeit
C) Risikobereitschaft
D) Selbstdisziplin
E) RechtskenntnisseFrage 2
Welche Aussagen zu den Motiven für eine Existenzgründung sind korrekt?
A) Der Wunsch nach Unabhängigkeit von Vorgesetzten zählt zum Motivbereich “Unabhängigkeit”.
B) Die Vermeidung von Arbeitslosigkeit zählt zum Motivbereich “Verwirklichung eigener Ideen”.
C) Der Wunsch nach höherem Einkommen zählt zum Motivbereich “Erfolg”.
D) Gestaltungs- und Führungswille zählt zum Motivbereich “Unabhängigkeit”.
E) Unternehmerischer Tatendrang zählt zum Motivbereich “Erfolg”.Frage 3
Herr Toma hat als Angestellter jahrelang die Kundenbetreuung in einer Softwarefirma geleitet. Er kündigt, weil er sich von seinem Chef ständig übergangen fühlt, und gründet nun eine eigene IT-Beratung. Welches Hauptmotiv liegt hier am ehesten vor?
A) Verwertung einer Erfindung
B) Vermeidung von Arbeitslosigkeit
C) Wunsch nach Unabhängigkeit von Vorgesetzten
D) Wunsch nach höherem Einkommen
E) Gestaltungs- und FührungswilleFrage 4
Ein Bäckermeister eröffnet eine Filiale eines bekannten, bereits etablierten Backwaren-Konzepts gegen eine Gebühr und nutzt dabei dessen Marke, Rezepte und Marketingkonzept. Um welche Form der Ideenfindung handelt es sich?
A) Marktlückenschließung durch Spezialisierung
B) Franchising
C) Übernahme eines bestehenden Unternehmens
D) Nutzung eines neuen Trends
E) Übertragung eines Konzepts aus einer anderen BrancheFrage 5
Welche der folgenden Faktoren zählen zu den harten Standortfaktoren?
A) Grundstücks- und Mietpreise
B) Image der Region
C) Verkehrsanbindung
D) Lebensqualität am Standort
E) Steuern und AbgabenFrage 6
Welche der folgenden Faktoren zählen zu den weichen Standortfaktoren?A) Wirtschaftsklima und kommunale Unterstützung
B) Verfügbarkeit von Arbeitskräften
C) Nähe zu Hochschulen und Forschungseinrichtungen
D) Energie- und Wasserversorgung
E) Image einer RegionFrage 7
Eine Spedition sucht einen neuen Standort und legt größten Wert auf schnelle Lieferzeiten zu ihren Hauptkunden sowie eine gute Anbindung an Autobahnen. Welche Standortfaktoren sind für diese Entscheidung am wichtigsten?A) Nähe zu Absatzmärkten
B) Image der Region
C) Verkehrsanbindung
D) Lebensqualität am Standort
E) Nähe zu ForschungseinrichtungenFrage 8
Ein Start-up im Bereich Biotechnologie ist auf hochqualifizierte Fachkräfte sowie den fachlichen Austausch mit wissenschaftlichen Einrichtungen angewiesen, während die Höhe der Mietkosten für das Unternehmen eine untergeordnete Rolle spielt. Welche Standortfaktoren sollten bei der Standortentscheidung besonders stark gewichtet werden?A) Grundstücks- und Mietpreise
B) Nähe zu Hochschulen und Forschungseinrichtungen
C) Verfügbarkeit von Fachkräften
D) Steuern und Abgaben
E) VerkehrsanbindungFrage 9
Frau Roth gründet einen Betrieb zur Herstellung von Kunststoffverpackungen und möchte von Beginn an Umweltschutzaspekte berücksichtigen, um langfristig Kosten zu sparen und ihr Image zu verbessern. Welche Maßnahmen passen zu diesem Vorhaben?A) Einführung eines Umweltmanagementsystems nach dem PDCA-Zyklus
B) Verzicht auf jegliche Beratung, um Kosten zu sparen
C) Teilnahme am freiwilligen EU-System EMAS
D) Ignorieren des Bundes-Immissionsschutzgesetzes bis nach der Gründungsphase
E) Nutzung von Förderprogrammen wie dem KfW-Programm für erneuerbare Energien
Lösungen
Lösung 1: B, D
Entschlussfreudigkeit und Selbstdisziplin sind persönliche Voraussetzungen. Branchenkenntnisse und Rechtskenntnisse sind fachliche Qualifikationen, Risikobereitschaft ist eine unternehmerische Qualifikation.Lösung 2: A, C
Unabhängigkeit von Vorgesetzten gehört zum Motivbereich “Unabhängigkeit”, der Wunsch nach höherem Einkommen zum Motivbereich “Erfolg”. Vermeidung von Arbeitslosigkeit gehört zu “Verwirklichung eigener Ideen”, Gestaltungs- und Führungswille zu “Erfolg”, unternehmerischer Tatendrang zu “Verwirklichung eigener Ideen”.Lösung 3: C
Das Gefühl, vom Chef übergangen zu werden, spricht für den Wunsch nach Unabhängigkeit von Vorgesetzten. Die anderen Motive passen inhaltlich nicht zum geschilderten Fall.Lösung 4: B
Die Nutzung von Marke, Konzept und Rezepten eines etablierten Unternehmens gegen Gebühr ist die klassische Definition von Franchising.Lösung 5: A, C, E
Grundstücks-/Mietpreise, Verkehrsanbindung und Steuern/Abgaben sind objektiv messbare, harte Standortfaktoren. Image und Lebensqualität sind weiche Standortfaktoren.Lösung 6: A, C, E
Wirtschaftsklima, Nähe zu Hochschulen/Forschungseinrichtungen und Image sind weiche, schwer messbare Standortfaktoren. Arbeitskräfteverfügbarkeit sowie Energie-/Wasserversorgung sind harte Standortfaktoren.Lösung 7: A, C
Kurze Lieferzeiten hängen von der Nähe zu Absatzmärkten ab, die Autobahnanbindung von der Verkehrsanbindung – beides harte Standortfaktoren mit direktem Bezug zum Speditionsgeschäft.Lösung 8: B, C
Für ein forschungsintensives Biotech-Start-up sind Fachkräfteverfügbarkeit und Nähe zu Forschungseinrichtungen entscheidend; Mietkosten spielen laut Aufgabenstellung eine untergeordnete Rolle.Lösung 9: A, C, E
Ein PDCA-basiertes Umweltmanagement, die Teilnahme an EMAS sowie die Nutzung von Förderprogrammen (z. B. KfW) passen zu Frau Roths Ziel, Kosten zu sparen und ihr Image zu verbessern. Der Verzicht auf Beratung sowie das Ignorieren gesetzlicher Vorschriften widersprechen dem im Text beschriebenen Vorgehen und bergen die Gefahr der “Kostenfalle”.
1.2 Unternehmensformen analysieren
Gründung
Firma
Geschäftsführung und Vertretung
Der Unterschied zwischen Geschäftsführung und Vertretung
Bei den Erläuterungen der einzelnen Rechtsformen wird i.d.R. genannt, wer die Geschäfte führt und wer das Unternehmen nach außen vertritt.
Bei Geschäftsführung und Vertretung handelt es sich um unterschiedliche Dinge, was insbesondere im Hinblick auf Beschränkungen der Geschäftsführung und Vertretung deutlich wird.
Geschäftsführung → Innenverhältnis
Die Geschäftsführungsbefugnis legt fest, wer die Geschäfte führt, d.h. wer z.B. bestimmen kann,
-
ob und wenn ja, welche Maschinen das Unternehmen kauft;
-
in welche Entwicklungsprojekte bzw. Produkte investiert wird oder
-
welche Strategie das Unternehmen einschlägt.
Mit anderen Worten: die Geschäftsführungsbefugnis beantwortet die Frage: Wer hat das Sagen?
Vertretung → Außenverhältnis
Die Vertretungsbefugnis hingegen regelt, wer das Unternehmen nach außen – gegenüber Kunden, Lieferanten, Arbeitnehmern, Banken, dem Finanzamt etc. – vertritt.
Konkret:
-
Wer unterschreibt den Mietvertrag für die Büroräume?
-
Wer legt Einspruch gegen den Steuerbescheid des Finanzamts ein?
-
Wer verhandelt den Kredit mit der Bank und unterzeichnet anschließend den Kreditvertrag?
Die Vertretungsbefugnis beantwortet also die Frage: Wer unterschreibt und verpflichtet damit das Unternehmen?
Abgrenzung zwischen Geschäftsführung und Vertretung
Die Vertretungsmacht regelt das Außenverhältnis, während die Geschäftsführungsbefugnis das Innenverhältnis regelt.
Dabei gibt es einen wesentlichen Unterschied:
Während die Geschäftsführungsbefugnis im Innenverhältnis individuell durch das Unternehmen definiert werden kann, ist die Vertretung im Außenverhältnis gesetzlich vorgegeben.
Dadurch gewährleistet der Gesetzgeber die Rechtswirksamkeit von Verträgen etc. gegenüber den Geschäftspartnern.
Vertretung und Geschäftsführung
Bei einer GmbH mit nur einem Geschäftsführer (vgl. § 6 Abs. 1 ) vertritt dieser die Gesellschaft alleine nach außen (§ 35 GmbHG).
D.h., der Geschäftsführer könnte eine Bestellung über 10 Mio. € vornehmen und diese gilt, d.h., der Vertrag mit dem Lieferanten ist wirksam.
Nach innen könnte aber die Geschäftsführungsbefugnis dahingehend eingeschränkt werden, dass der Geschäftsführer bei Ausgaben über 1 Mio. € die Gesellschafterversammlung um Genehmigung ersuchen müsste.
In dem Fall wäre der Vertrag mit dem Lieferanten gültig (der Geschäftsführer hat die Vertretungsmacht und der Geschäftspartner kann sich darauf verlassen), allerdings hätte der Geschäftsführer seine Geschäftsführungsbefugnis überschritten und bekommt Probleme mit seinen Gesellschaftern.
Dem Vertragspartner (Lieferanten) wird also nicht zugemutet, sich mit den internen Regelungen seines Kunden zu beschäftigen. Er weiß: was der Geschäftsführer unterschreibt, gilt.
Quelle: welt-der-bwl.de ⇐ sehr empfehlenswerte Seite :)
Vollmachten und Prokura
Haftung
Besteuerung
1.3 Unternehmensziele auswerten
Zielarten
Zielkonflikte

Zielharmonie
