4. Finanzierung
Finanzierungsgrundsätze: Liquidität und Rentabilität
1. Liquidität: Liquidität bezeichnet die Fähigkeit eines Unternehmens, seine kurzfristigen Verbindlichkeiten jederzeit begleichen zu können. Eine ausreichende Liquidität ist entscheidend für den laufenden Betrieb, da nur so sichergestellt werden kann, dass das Unternehmen Zahlungsverpflichtungen nachkommt. Ein Unternehmen sollte immer genug flüssige Mittel (Bargeld, Bankguthaben) haben, um laufende Kosten wie Löhne, Mieten oder Rechnungen zu decken.
2. Rentabilität: Rentabilität ist ein Maß für den Erfolg eines Unternehmens, gemessen an der Erwirtschaftung von Gewinn im Verhältnis zu den eingesetzten Ressourcen (z. B. Eigenkapital, Gesamtkapital). Eine hohe Rentabilität zeigt an, dass das Unternehmen in der Lage ist, mit seinen Ressourcen effektiv zu wirtschaften und einen Gewinn zu erzielen. Rentabilität ist wichtig für die langfristige Sicherung und das Wachstum des Unternehmens.
Zusammenhang zwischen Liquidität und Rentabilität
Beide Finanzierungsgrundsätze sind zwar eng miteinander verbunden, stellen aber unterschiedliche Ziele dar. Während Liquidität die Zahlungsfähigkeit sichert, geht es bei der Rentabilität darum, Gewinne zu erzielen. Ein Unternehmen muss beide Aspekte im Blick behalten, um langfristig erfolgreich zu sein – es kann beispielsweise nicht profitabel arbeiten, wenn es gleichzeitig zahlungsunfähig ist.
Arten der Unternehmensfinanzierung
Es gibt unterschiedliche Arten der Unternehmensfinanzierung:
Innenfinanzierung
Bei der Innenfinanzierung stammen die Mittel aus dem Umsatz des Unternehmens. Die Innenfinanzierung kann zwei Ziele verfolgen:
- Vermögenszuwachs = neue Finanzmittel werden gebildet. Dies geschieht, wenn Gewinne nicht an die Eigentümer ausbezahlt, sondern für zusätzliche Investitionen (Nettoinvestitionen) benutzt werden.
- Vermögensumschichtung = investierte Geldbeträge werden wieder in flüssige Mittel umgewandelt. Erklärung: Zur Produktherstellung ist es notwendig Werkstoffe zu kaufen, Arbeitskräfte zu bezahlen, etc. Diese Aufwendungen werden in die Verkaufspreise der Produkte eingerechnet und fließen, wenn kostendeckende Preise erzielt werden, dem Unternehmen durch den Verkauf der Produkte wieder als flüssige (liquide) Mittel zu. Diese Finanzmittel können dann zur sofortigen Reinvestition verwendet werden.
Außenfinanzierung
Bei einer Außenfinanzierung kommen die benötigten Finanzmittel von außerhalb des Unternehmens. Dies kann auf zwei Arten erfolgen:
- Eigenfinanzierung durch Eigentümer, z.B.: Die Eigentümer/Gesellschafter bringen neues Kapital in das Unternehmen ein, …
- Kreditfinanzierung/Fremdfinanzierung: dem Unternehmen wird Fremdkapital (z.B. von Banken) von außen zugeführt
Fremdfinanzierung
3.1 Fremdfinanzierung durch Kreditinstitute
Reichen die eigenen Finanzmittel des Unternehmens zur Finanzierung nicht aus, ist das Unternehmen darauf angewiesen, Geld von Fremden aufzunehmen (Kredit). Diese Fremdmittel stellen u.a. Banken, Versicherungen, Privatpersonen, evtl. der Staat, üblicherweise gegen Zinszahlung zur Verfügung.
Merke
Unter einem Kredit versteht man die zeitweilige Überlassung von Geld (oder Sachgütern) im Vertrauen darauf, dass der Kreditnehmer den Kredit (z.B. das überlassene Geld) fristgerecht zurückbezahlt.
Unter Kreditfinanzierung (Fremdfinanzierung) verstehen wir die Beschaffung fremder Finanzmittel (Geld oder Sachen) für eine bestimmte Zeit (= Außenfinanzierung mit Fremdkapital).
Kreditvoraussetzungen (Bonitätsprüfung)
1. Kreditfähigkeit
Bei der Prüfung der Kreditfähigkeit überprüft der Kreditgeber (z.B. die Bank), ob der Kreditnehmer (z.B. ein Privatmann, ein Unternehmen) berechtigt ist, Kreditverpflichtungen eingehen zu können.
Alle natürlichen und juristischen Personen können auf ihren Namen Kredite aufnehmen. Für die Rechtsgültigkeit eines Kreditvertrags ist jedoch die Geschäftsfähigkeit bzw. die Vertretungsmacht zu prüfen.
Bei natürlichen Personen ist zu beachten:
- Voll geschäftsfähige Personen können rechtlich jederzeit eine Kreditverpflichtung eingehen. (Hinweis: Bei verheirateten Personen muss der Güterstand geprüft werden. Bei Gütergemeinschaft müssen z.B. beide Eheleute verpflichtet werden.)
- Nimmt der gesetzliche Vertreter für eine nicht voll geschäftsfähige Person einen Kredit auf, braucht er die Genehmigung des Familiengerichts.
- Zu der erforderlichen Legitimationsprüfung können z.B. folgende Prüfungsunterlagen herangezogen werden: persönliche Legitimationspapiere (Personalausweis, Reisepass); Vollmachtsurkunden; …
Bei juristischen Personen (z.B. einer GmbH) muss geprüft werden, ob der Kreditnehmer (z.B. der Geschäftsführer der GmbH) berechtigt ist, das Unternehmen (z.B. die GmbH) zu vertreten. Hierzu wird der Kreditgeber (z.B. die Bank) den Gesellschaftsvertrag prüfen.
2. Kreditwürdigkeit
Banken (und andere Kreditgeber) gewähren in der Regel nur dann Kredite, wenn die Vermögens- und Schuldverhältnisse des Kreditnehmers geordnet sind und das Einkommen (z.B. die Löhne der Arbeitnehmer, Gewinne der Unternehmen) zur laufenden Zahlung der Zinsen und Tilgung hoch genug ist, um die Zahlungsfähigkeit des Kreditnehmers (voraussichtlich) zu sichern. Außerdem verlangen Banken ausreichende Kreditsicherheiten.
Die Kreditwürdigkeit umfasst
- die persönliche Kreditwürdigkeit und
- die wirtschaftliche Kreditwürdigkeit
(1) Prüfung der persönlichen Kreditwürdigkeit
Prüfung und Beurteilung vor allem der persönlichen Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit sowie der menschlichen und beruflichen Erfahrungen, Kenntnisse, Fähigkeiten sowie Leistungsfähigkeit und -willigkeit des möglichen Kreditnehmers. Informationsgrundlagen sind z.B. die persönlichen Daten des Kreditnehmers, bankinterne Auskünfte (z.B. über Kontoführung), externe Informationen (z.B. von anderen Banken, Auskunfteien oder der Schufa)
(2) Prüfung der wirtschaftlichen Kreditwürdigkeit bei Privatpersonen
| Prüfungsgegenstand | Beispiele für Informationsgrundlagen |
|---|---|
| Gegenwärtiges Einkommen und erwartete Einkommensentwicklung | - Lohn- und Gehaltsabrechnungen - sonstige Einkünfte - evtl. Lohn- und Gehaltspfändungen - Informationen über die voraussichtliche Sicherheit des Arbeitsplatzes und zukünftige berufliche Aufstiegsmöglichkeiten |
| Gegenwärtige und erwartete Vermögensverhältnisse und Schuldverhältnisse | - Vermögensnachweise über vorhandene Grundstücke - Gebäude - Lebensversicherungen - Bankguthaben - Grundbuchauszüge - Schuldennachweis - Unterhaltsverpflichtungen - Auskünfte über bisherige Vollstreckungsmaßnahmen |
| Haftungsverhältnisse der Ehepartner (z.B. Zugewinngemeinschaft oder Gütertrennung) | das Güterechtsregister |
(3) Prüfung der wirtschaftlichen Kreditwürdigkeit bei Unternehmen
| Prüfungsgegenstand | Beispiele für Informationsgrundlagen |
|---|---|
| Gegenwärtige und erwartete Ertragslage des Unternehmens, die vorhandenen Vermögenswerte und Schulden sowie die Zahlungsfähigkeit und deren voraussichtliche Entwicklung | - Jahresabschluss mit Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung - Analyse der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung mithilfe von Kennzahlen und Vergleich der ermittelten Werte mit denen der Branche. - Einholen interner Auskünfte (z.B. Häufigkeit und Höhe von Überschreitungen der eingeräumten Kontokorrentkredite) und externer Auskünfte (z.B. bei Auskunfteien, Schufa, IHK, Handwerkskammer, Handelsregister, Grundbuchauszüge,…) |
| Wirtschaftliche Risiken des Unternehmens (z.B. dessen Konjunkturabhängigkeit, Export- und/oder Importabhängigkeit, Wettbewerbsintensität durch Konkurrenzunternehmen, Produktpolitik), Produktions- und Fertigungsstandard, geplante Entwicklung neuer Produkte und deren voraussichtliche Absatzchancen | Informationsgrundlagen für diese oft nur schwer oder überhaupt nicht zu bewertenden Risiken sind z.B. die von den Bankverbänden und Verbänden der Industrie und des Handels unter Mithilfe von Unternehmensberatungen veröffentlichten Branchenberichte |
| Haftungs- und Vertretungsverhältnisse, Rechtsform des Unternehmens, Nachfolgeregelungen (z.B. beim Ausscheiden und Tod bisheriger Gesellschafter bei Personenunternehmen) | Handelsregister das Güterechtsregister die Gesellschaftsverträge |
| Mögliche staatliche Fördermittel (z.B. Subventionen) und Steuervergünstigungen | Steuervorschriften Beurteilungen der Steuerberater Auskünfte der für die Förderung zuständigen staatlichen Stellen (z.B. das Finanzamt) |
| Unternehmensziele wie z.B. Gewinn-, Umsatz-, Investitions- und Rationalisierungsziele, Genauigkeit der Unternehmensplanung | Verschiedene Unternehmenspläne (z.B. die Gewinn-, Absatz-, Fertigungs-, Investitions-, Kosten- und Finanzplanungen) und deren Auswertung |
Aufgaben
Aufgabe 1
Welche Aussage zu Liquidität und Rentabilität trifft am besten zu?A) Hohe Rentabilität garantiert stets ausreichende Liquidität.
B) Ein Unternehmen mit negativer Liquidität kann kurzfristig zahlungsfähig sein.
C) Hohe Rentabilität kann langfristig die Liquidität stärken, kurzfristig aber Liquiditätsengpässe verursachen.
D) Liquidität bezieht sich nur auf langfristige Zahlungsverpflichtungen.
Aufgabe 2
Welche Form der Außenfinanzierung zählt zur Fremdfinanzierung?A) Thesaurierte Gewinne verbleiben im Unternehmen.
B) Aufnahme eines Bankkredits.
C) Gesellschafter bringen zusätzliches Eigenkapital ein.
D) Verkauf von Anlagevermögen für Investitionen.
Aufgabe 3
Erklären Sie den Zielkonflikt zwischen Liquidität und Rentabilität und geben Sie ein kurzes Beispiel.
Aufgabe 4
Unterscheiden Sie kurz Innen- und Außenfinanzierung und nennen Sie je ein Beispiel.
Aufgabe 5
Nennen Sie zwei Formen der Eigenfinanzierung und erläutern Sie jeweils kurz, wie sie das Eigenkapital stärken.
Aufgabe 6
Erläutern Sie kurz den Unterschied zwischen Kreditfähigkeit und Kreditwürdigkeit.
Aufgabe 7
Ein junges Technologie-Unternehmen plant eine Erweiterung und benötigt 200.000 € zusätzlich. Eigenmittel sind erschöpft. Entscheiden Sie, welche Finanzierungsform (Fremd- oder Eigenfinanzierung) hier üblicherweise sinnvoll ist, und begründen Sie Ihre Wahl.
Aufgabe 8
Ein mittelständisches Unternehmen legt der Bank folgende Unterlagen vor: aktuelle Bilanz und G&V, Umsatz- und Produktionspläne, Wettbewerbsanalyse. Analysieren Sie, welche Aspekte der wirtschaftlichen Kreditwürdigkeit die Bank damit prüfen kann.
Fallbezogene Finanzierung durchführen und vergleichen
Info
Darlehen sind Kredite, die in einer Summe bereitgestellt und dem Finanzbedarf entsprechend ausbezahlt werden, und dann entweder am Fälligkeitstag in einer Summe oder während einer vorbestimmten Laufzeit in Raten (Teilbeträgen) getilgt werden müssen.
Kreditkosten
| Kosten | Erklärung |
|---|---|
| Zins | Der Darlehensnehmer kann wählen zwischen einem Festzins und einem variablen Zins. Beim Festzins bleibt der Zins für eine bestimmte, vereinbarte Laufzeit gleich, beim variablen Zins kann der Zinssatz durch Anpassungsklauseln geändert werden. |
| Bereitstellungs- zinsen | Wenn der Darlehensbetrag zum vereinbarten Auszahlungstermin vom Darlehensnehmer nicht in Anspruch genommen wird, kann die Bank vom vereinbarten bis zum tatsächlichen Auszahlungstermin einen Zinsausgleich (z.B. 3 % p.a.) beanspruchen |
| Disagio (Damnum) | Das Disagio stellt eine Kürzung des auszuzahlenden Darlehensbetrags dar und soll zum einen die Bearbeitungskosten decken und/oder zum anderen den Nominalzins absenken. |
Hinweis: p.a. = per anno = pro Jahr
Berechnung des effektiven Jahreszinssatzes
Das Bankdarlehen stellt die Grundform des langfristigen Kredits dar. Die verschiedenen Kreditarten unterscheiden sich vor allem in ihren Auszahlungs- und Rückzahlungsmodalitäten. Zur Deckung der Bearbeitungskosten liegt der Auszahlungsbetrag in der Regel bei 90-98 % der Darlehenssumme. Die Differenz zu 100 % wird als Disagio (Damnum, Abgeld) bezeichnet. Der effektive Jahreszinssatz ist daher höher als der Nominalzinssatz.
Beispiel
Ein Bankdarlehen über 100.000 Euro mit einer Auszahlung von 97 % und einer Laufzeit von 10 Jahren soll jährlich mit 7,5 % verzinst werden. Berechnen Sie den effektiven Jahreszins.
Lösung
Bei der Berechnung des effektiven Jahreszins muss das Disagio in Höhe von 3000 Euro auf die Laufzeit von 10 Jahren verteilt werden. Ferner muss berücksichtigt werden, dass der verfügbare Darlehensbetrag nur 97.000 Euro beträgt.
Formel
(1) Fälligkeitsdarlehen
Für die Rückzahlung der gesamten Darlehenssumme ist ein bestimmter Termin vereinbart. Während der Laufzeit des Darlehens sind in vertraglich vereinbarten Zeitabständen lediglich die Zinsen zu zahlen (z.B. monatlich, vierteljährlich, jährlich).
(2) Ratentilgungsdarlehen bzw Abzahlungsdarlehen
Hier erfolgt die Tilgung in stets gleichbleibenden Raten zu den vereinbarten Tilgungsterminen (z.B. monatlich,…). Die Zinsen werden jeweils von der Restschuld errechnet und ermäßigen sich daher von Rate zu Rate. Damit sinkt die Gesamtbelastung durch Zins- und Tilgungszahlungen.
(3) Annuitätendarlehen (ohne Ermittlung der Annuität)
Hier wird eine feste Annuität (Zins + Tilgung), d.h. Gesamtbelastung vereinbart. Die Summe aus Zins und Tilgung bleibt bei jeder Zahlung gleich (außer bei der letzten Restzahlung). Daher nimmt die Zinsbelastung ab und die Tilgungsbeträge steigen an.
Vor- und Nachteile der einzelnen Darlehensarten
Für Unternehmen und Privatkunden können die Vor- und Nachteile der verschiedenen Darlehensarten in einigen Aspekten ähnlich sein, aber es gibt auch spezifische Unterschiede, die berücksichtigt werden müssen.
| Darlehensart | Fälligkeitsdarlehen | Ratentilgungsdarlehen | Annuitätendarlehen |
|---|---|---|---|
| Gemeinsame Vorteile | Klare Rückzahlungsstruktur | Vorhersehbare monatliche Belastung | Konstante monatliche Raten |
| Keine laufenden Tilgungszahlungen | Schrittweise Reduzierung der Schulden | Gleichbleibende monatliche Raten | |
| Höhere Zinskosten über die Gesamtlaufzeit | Längere Laufzeit im Vergleich zu Fälligkeitsdarlehen | ||
| Vorteile für Unternehmen | Keine laufenden Tilgungszahlungen | Flexibilität durch gleichbleibende Raten | Konstante monatliche Belastung |
| Verbesserte Liquiditätsplanung | Gleichbleibende monatliche Raten | ||
| Vorteile für Privatkunden | Vorhersehbare monatliche Belastung | ||
| Schrittweise Reduzierung der Schulden | |||
| Gemeinsame Nachteile | Hohe Schlusszahlung erforderlich | Höhere Zinskosten über die Gesamtlaufzeit | Höhere Zinskosten zu Beginn der Laufzeit |
| Höhere Zinskosten über die Gesamtlaufzeit | Anfänglich geringere Tilgung des Kapitals | Längere Laufzeit im Vergleich zu Fälligkeitsdarlehen | |
| Keine Flexibilität bei Änderungen der Raten | Gesamtzinskosten können höher sein als bei anderen Darlehensarten | ||
(4) Darlehensformen im Vergleich
Aufgabe 1
Der Unternehmer Hans Wenzel benötigt für den Kauf einer Maschine zur Einrichtung eines Zweigwerks ein Darlehen von 120.000 Euro für die Dauer von 6 Jahren. Seine Hausbank bietet ihm folgende Konditionen an:
- Nominalzins: 8 %
- Auszahlung: 100 %
- Tilgung nach Wunsch
Aufgaben:
Vergleichen Sie für Herrn Wenzel die Liquiditäts- und Aufwandsbelastung beim 1.1 Fälligkeitsdarlehen 1.2 Ratentilgungsdarlehen 1.3 Annuitätendarlehen
Beurteilen Sie den Geldmittelabfluss und die Aufwandsbelastung der verschiedenen Darlehensarten!
Vorlagen
1.1 Fälligkeitsdarlehen (Festdarlehen)
Jahr Darlehen Jahresanfang Darlehen Jahresende Tilgung Zinsen Geldmittel- abfluss 1 120.000 2 3 4 5 6 Summe 1.2 Ratentilgungsdarlehen (Abzahlungsdarlehen)
Jahr Darlehen Jahresanfang Darlehen Jahresende Tilgung Zinsen Geldmittel- abfluss 1 120.000 2 3 4 5 6 Summe 1.3 Annuitätendarlehen
Jahr Darlehen Jahresanfang Darlehen Jahresende Tilgung Zinsen Geldmittel- abfluss 1 120.000 25.957,85 2 3 4 5 6 Summe Hinweis: Der Geldmittelabfluss entspricht der Annuität, d.h. der gleichbleibenden Summe aus Zinsen und Tilgung. Die Annuität wird mithilfe von Annuitätenfaktoren durch Multiplikation mit der Darlehenssumme berechnet. Der Faktor beträgt in diesem Fall 0,216315. Den Tilgungsbetrag erhält man durch Subtraktion der jeweiligen Zinsen von der Annuität.
Lösung
1.1 Fälligkeitsdarlehen (Festdarlehen)
Jahr Darlehen Jahresanfang Darlehen Jahresende Tilgung Zinsen Geldmittel- abfluss 1 120.000 120.000 0 9600 9600 2 120.000 120.000 0 9600 9600 3 120.000 120.000 0 9600 9600 4 120.000 120.000 0 9600 9600 5 120.000 120.000 0 9600 9600 6 120.000 0 120.000 9600 129.600 Summe 120.000 57.600 177.600 1.2 Ratentilgungsdarlehen (Abzahlungsdarlehen)
Jahr Darlehen Jahresanfang Darlehen Jahresende Tilgung Zinsen Geldmittel- abfluss 1 120.000 100.000 20.000 9600 29.600 2 100.000 80.000 20.000 8000 28.000 3 80.000 60.000 20.000 6400 26.400 4 60.000 40.000 20.000 4800 24.800 5 40.000 20.000 20.000 3200 23.200 6 20.000 0 20.000 1600 21.600 Summe 120.000 33.600 153.600 1.3 Annuitätendarlehen
Jahr Darlehen Jahresanfang Darlehen Jahresende Tilgung Zinsen Geldmittel- abfluss 1 120.000 103642,15 16357,85 9600 25957,85 2 103642,15 85975,67 17666,48 8291,37 25957,85 3 85975,67 66895,87 19079,80 6878,05 25957,85 4 66895,87 46289,69 20606,18 5351,67 25957,85 5 46289,69 24035,02 22254,67 3703,18 25957,85 6 24035,02 0,00 24035,02 1922,83 25957,85 Summe 120000,00 35747,10 155747,10 Hinweis: Der Geldmittelabfluss entspricht der Annuität, d.h. der gleichbleibenden Summe aus Zinsen und Tilgung. Die Annuität wird mithilfe von Annuitätenfaktoren durch Multiplikation mit der Darlehenssumme berechnet. Der Faktor beträgt in diesem Fall 0,216315. Den Tilgungsbetrag erhält man durch Subtraktion der jeweiligen Zinsen von der Annuität.
Ergebnis: Fälligkeitsdarlehen: Hier steht das gesamte Darlehen bis zum Ende der Laufzeit zur Verfügung. Der Geldmittelabfluss ist aber im 6. Jahr aufgrund der Tilgung des gesamten Darlehensbetrags sehr hoch. Die jährliche Aufwandsbelastung durch die Zinsen bleibt konstant.
Abzahlungsdarlehen: Hier sinkt die Aufwandsbelastung und der Geldmittelabfluss von Tilgungsjahr zu Tilgungsjahr.
Annuitätendarlehen: Es gewährleistet einen gleichmäßigen Geldmittelabfluss, wobei die Tilgungsbeträge den sinkenden Zinsaufwendungen entsprechend steigen.
Aufgabe 2
Ein Darlehen in Höhe von 100.000 Euro soll wie folgt zurückgezahlt werden: Tilgung jährlich 2500 Euro bei einem Zinssatz von 2 %.
a) Begründen Sie, welche Darlehensart vorliegt. b) Erstellen Sie rechnerisch den Zins- und Tilgungsplan für die ersten vier Jahre.
Vorlage:
Jahre Darlehen Zins Tilgung Gesamtzahlung 1 2 3 4 Das Darlehen ist vertragsgemäß in der Weise zu verzinsen und zu tilgen, dass jährlich ein Betrag zu zahlen ist, der Zins und Tilgung enthält. Die Summe von Zins und Tilgung soll konstant 4500 Euro betragen.
c) Begründen Sie, welche Darlehensart vorliegt.
d) Erstellen Sie rechnerisch den Tilgungsplan für die ersten drei Jahre.
Vorlage:
Jahre Darlehen Zins Tilgung Gesamtzahlung 1 2 3 4 e) Nennen Sie je einen Vor- und Nachteil der in den Aufgaben a) und c) genannten Darlehensarten für den Kreditnehmer.
Lösung
a) Ratendarlehen (Ratentilgungsdarlehen, Abzahlungsdarlehen), weil die Tilgung in stets gleichbleibenden Raten (2500 Euro) zu den jeweils vereinbarten Tilgungsterminen zurückgezahlt wird.
b)
Jahre Darlehen Zins Tilgung Gesamtzahlung 1 100.000 2000 2500 4500 2 97.500 1950 2500 4450 3 95.000 1900 2500 4400 4 92.500 1850 2500 4350 c) Annuitätendarlehen, weil eine feste Annuität vereinbart ist (die Summe von Zins und Tilgung bleibt bei jeder Zahlung gleich). Daher steigen im Lauf der Zeit die Tilgungsbeträge, während die Zinsbelastung abnimmt.
d)
Jahre Darlehen Zins Tilgung Gesamtzahlung 1 100.000 2000 2500 4500 2 97.500 1950 2550 4500 3 94.950 1899 2601 4500 4 92.349 1847 2653 4500 e)
Darlehensform Vorteile für den Kreditnehmer Nachteile für den Kreditnehmer Ratendarlehen Die Liquiditätsbelastung sinkt von Periode zu Periode Die Laufzeit des Darlehens ist länger als beim vergleichbaren Annuitätendarlehen. Annuitätendarlehen Die Laufzeit ist kürzer als bei einem vergleichbaren Ratendarlehen Die Liquiditätsbelastung bleibt konstant.
Aufgabe 3
Die örtliche Bank gewährt Axel Schulze ein Darlehen über 70.000 Euro. Der Kredit ist mit 6 % zu verzinsen. Die Kreditlaufzeit beträgt 10 Jahre. Außerdem wird ein Damnum von 4 % vereinbart. Vereinbart wir die Tilgung am Ende der Kreditlaufzeit.
Berechnen Sie den effektiven Jahreszins.
Lösung
Die gesamten Zinskosten im ersten Jahr betragen Zinsen: 6 % von 70.000 Euro 4200 Euro Damnum (für ein Jahr): 4 % von 70.000 Euro / 10 Jahre 280 Euro Summe 4480 Euro Damnum = 4 % von 70.000 = 2800 Euro Auzahlungsbetrag = 70.000 - 2800 = 67.200 Euro
Aufgabe 4
Interpretieren Sie den folgenden Preisaushang in einer Bank!
Kredit (mit festem Zinssatz) Laufzeiten
12 bis 36Laufzeiten
37 bis 47Laufzeiten
48 bis 72Monate Zinsen (für Inanspruchnahme) 9,75 % 10,00 % 10,30 % pro Jahr Damnum 2 % 2 % 2 % Effektiver Jahreszins bei einer Laufzeit von z.B. (laufzeitabhängig) 36
11,49 %47
11,44 %60
11,54%Monate
pro Jahr
Lösung
Der Nominalzins steigt mit der Dauer des garantierten Festzinssatzes, weil für die Bank die künftige Zinsentwicklung immer schwerer vorauszusehen ist. Der Effektivzins bleibt dennoch nahezu gleich, weil das Damnum auf einen größeren Zeitraum verteilt werden kann.