1. Einführung

Abgrenzung Finanzierung und Investition

Finanzierung beschäftigt sich mit der Beschaffung von Kapital, Investition mit der Verwendung des bereitgestellten Kapitals.

Investitionsrechnung

  • Die Investitionsrechnung soll die Grundlagen für rationale Investitionsentscheidungen liefern

  • Eine Investition ist eine Anschaffung von Gegenständen des Anlagevermögens (z.B. Technische Anlagen, Maschinen, Gebäude,…)

  • Eine Investition bindet langfristig große Kapitalmengen

  • Für eine Investitionsrechnung braucht man sorgfältiges und exakt ermitteltes Zahlenmaterial, da mit unrichtigen Daten selbst die kompliziertesten Rechenverfahren keine richtige Entscheidungsgrundlage liefern können.

Investitionsarten

Nach dem InvestitionsanlassNach dem Investitionsgegenstand
- Errichtungs-/Erstinvestitionen: Bei Neugründung eines Unternehmens

- Ersatzinvestitionen: Eine Maschine muss ausgetauscht werden

- Erweiterungsinvestitionen: um Engpässe zu beseitigen; Einführung eines neuen Produkts,…

- Rationalisierungsinvestition: Ersatz einer alten Maschine durch eine neue wirtschaftlichere Maschine

- Obligate Investition: Investition aufgrund von behördlichen Auflagen (Umweltschutzauflagen, Auflagen von BG/Gewerbeaufsicht, Sicherheitsauflagen,…)
- Immaterielle Investitionen (z.B. Patentkauf)

- Sachinvestitionen (z.B. Maschine)

- Finanzinvestitionen (z.B. Aktien)
  • Will ein Unternehmen eine Investition tätigen, so stehen meistens verschiedene Varianten und/oder Produktionsverfahren zur Auswahl.

  • Um herauszufinden, welche Anlage die vorteilhafteste ist, muss neben den technischen Daten (z.B. maximale Ausbringungsmenge) auch beachtet werden, dass das Unternehmen für die Beschaffung und Nutzung Auszahlungen zu tätigen hat, die über die Erlöse aus dem Verkauf von produzierten Gütern gedeckt werden müssen.

Aufgaben der Investitionsrechnung:

  • Beurteilung der Vorteilhaftigkeit eines Investitionsprojektes

  • Entscheidung zwischen mehreren Alternativen

  • Ermittlung der Rentabilität einer geplanten Investition

  • Verzinsung des gebundenen Kapitals

Praxis und Theorie haben eine Vielzahl von Methoden der Investitionsrechnung entwickelt.

Je nachdem, ob der Zeitfaktor berücksichtigt wird oder nicht, unterscheidet man zwischen:

Statische VerfahrenDynamische Verfahren
- Kostenvergleichsrechnung

- Gewinnvergleichsrechnung

- Rentabilitätsvergleichsrechnung

- Amortisationsrechnung
- Kapitalwertmethode

- Endwertmethode

- Annuitätenmethode

- Interner Zinsfuß

- Vollständiger Finanzplan
- Faktor Zeit wird nicht berücksichtigtFaktor Zeit wird berücksichtigt Vorteil!

Die dynamischen Verfahren sind immer zu bevorzugen, da sie wesentlich genauere Entscheidungsgrundlagen liefern.

Allgemeines Vorgehen

  1. Beschreiben der Investition (Vor-Nachteile, Dringlichkeit)

  2. Festlegen der Ziele und Bewertungskriterien (Ziele: CO2-Emmission muss fallen; um 20 % — Kennzahlen)

  3. Ermittlung von Alternativen (mögliche Alternativen finden)

  4. Vorauswahl (anhand wirtschaftlicher, technischer, sozialer, rechtlicher Faktoren)

  5. Auswahl der vorteilhaftesten Alternative und Entscheidung (Rangordnung)

  6. Realisierung der Investition

  7. Kontrolle der Investition


Zusatzstoff - Wichtig für die Technikerarbeit :) - kommt nächstes Jahr nochmal (Marketing)

Die SMART Methode hilft Unternehmen und Privatpersonen, möglichst klare und konkrete Ziele zu formulieren. Jeder Buchstabe des Wortes SMART steht dabei für eine Regel: Die Ziele sollen spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert sein — kurz: SMART

SMART
SspezifischIst das Ziel so konkret und genau wie möglich formuliert?
MmessbarIst das Ziel messbar? (qualitativ und quantitativ)
AattraktivIst das Ziel motivierend?
RrealistischIst das Ziel mit gegebener Zeit und Mitteln zu schaffen?
TterminiertIst das Ziel zeitlich festgelegt?

SMART Methode: Die 5 Regeln Damit Unternehmer oder Privatpersonen die SMART Methode anwenden können, müssen sie also zuerst ein Ziel formulieren. Dann prüfen sie, ob sie die 5 SMART Regeln eingehalten haben. So gelingt ihnen eine gute Zielsetzung und es erhöht sich die Chance, das Ziel auch zu erreichen.

Aufgaben SMART

Aufgabe 1

Ein Unternehmen möchte im nächsten Jahr “den Umsatz steigern”. Ist dieses Ziel nach der SMART-Regel formuliert? Begründe deine Antwort.


Aufgabe 2

Formuliere folgendes Ziel nach der SMART-Regel:
„Wir möchten mehr Instagram-Follower gewinnen.“


Aufgabe 3

Welcher Teil der SMART-Regel wird bei folgendem Ziel verletzt?
„Unser Ziel ist es, mehr Produkte online zu verkaufen.“


Aufgabe 4

Ein Online-Shop setzt sich das Ziel: „Wir möchten in den nächsten 3 Monaten 1.000 neue Newsletter-Abonnenten gewinnen.“
Welcher Aspekt der SMART-Regel ist hier erfüllt?


Aufgabe 5

Ein Unternehmen plant: „Wir möchten unseren Marktanteil in Deutschland in den nächsten 5 Jahren um 50 % erhöhen.“
Ist dieses Ziel nach der SMART-Regel formuliert? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht?


Aufgabe 6

Ein Team plant: „Wir möchten unsere Facebook-Reichweite erhöhen, indem wir Werbeanzeigen schalten.“
Was fehlt, damit dieses Ziel SMART ist?
Wie könnte es richtig formuliert werden?


Aufgabe 7

Welcher Teil der SMART-Regel wird in folgendem Ziel verletzt?
„Wir wollen alle potenziellen Kunden erreichen.“


Statische Verfahren

Statische Verfahren sind im Laufe der Zeit vor allem als Faustregeln in der betrieblichen Praxis entstanden. Der Zeitfaktor wird bei der statischen Rechnung nicht berücksichtigt.

Zu den statischen Verfahren gehören:

  • Kostenvergleichsrechnung

  • Gewinnvergleichsrechnung

  • Rentabilitätsvergleichsrechnung

  • Amortisationsrechnung

Dynamische Verfahren

Untersucht wird hier die Vorteilhaftigkeit einer Investition, bezogen auf die gesamte Lebensdauer einer Investition. Insbesondere berücksichtigen die dynamischen Verfahren dabei die zeitlichen Unterschiede im Anfall von Einzahlungen und Auszahlungen. Das geschieht mit Hilfe von finanzmathematischen Methoden.

Dynamische Verfahren berücksichtigen den Zeitwert des Geldes. Sie sind besonders geeignet für Investitionen mit zeitlich verteilten Rückflüssen und längeren Laufzeiten.

VerfahrenErklärungTypischer Einsatz
Kapitalwertmethode (NPV)Barwert aller zukünftigen Zahlungsüberschüsse minus Anfangsinvestition.Beurteilung der wirtschaftlichen Vorteilhaftigkeit einer Investition.
Interne Zinsfußmethode (IRR)Zinssatz, bei dem der Kapitalwert = 0.Renditevergleich mehrerer Investitionen oder Mindestverzinsung prüfen.
AnnuitätenmethodeWandelt Kapitalwert in gleichmäßige Jahresbeträge (Annuitäten) um.Vergleich von Alternativen mit unterschiedlicher Laufzeit.
Dynamische AmortisationZeitraum, in dem abgezinste Rückflüsse die Investition decken.Wenn Kapitalrückflussgeschwindigkeit im Vordergrund steht.